Nargilem NP-620

Mit Schlagworten wie „luxuriös“, „qualitativ hochwertig“ oder auch „teuer“ wird die Marke Nargilem von Wasserpfeifenkennern beschrieben. Bevor wir uns diesen Aussagen anschließen oder sie revidieren mussten wir sie natürlich erst testen. Unser Objekt war in diesem Fall eine Nargilem NP-620 Crystal-Edition.
Lieferumfang:
Wer sich eine dieser Pfeifen bestellt bekommt zu einem Preis von ca. 120€ eine Pfeife mit normalem, durchschnittlichem Zubehör. Im Paket ist die gesamte Pfeife mit Kopf, Teller, Rauchsäule mit Rauchrohr, Bowl, Schlauch und einem Satz Dichtungen enthalten. Extras wie einen zweiten Satz Dichtungen oder Ersatzkugeln für das Ventil sucht man vergebens. Lediglich eine Kohlezange wurde mitgeschickt.

Die Dichtungen:
Die Pfeife ist mit zahlreichen Dichtungen versehen. Sie befinden sich an folgenden Stellen:

  • zwischen Rauchrohr und Rauchsäule
  • zwischen Bowl und Rauchsäule
  • zwischen Kopf und Kopfaufnahme
  • zwischen Schlauch und Schlauchanschluss

Hierzu wurden hauptsächlich Standarddichtungen verwendet, die auch andere, zum Teil billigere Hersteller verwenden. Teilweise wurden allerdings auch O-Ringe zum abdichten verwendet.

Die Zange:
Als unspektakulär erwies sich die mitgelieferte Zange. Aufgrund fehlender Zähne ist sie zum transportieren von Kohlen eher ungeeignet. Dennoch kann man sie gut als reine Tabakzange gebrauchen. Ihre abgewinkelten Schenkel sind zum entnehmen des Tabaks aus engen Tüten sehr hilfreich. „Ausreichend“ beschreibt die Verarbeitung ziemlich treffend. Um der Korrosion entgegen zu wirken ist sie beschichtet, was jedoch nicht wirklich viel bringt. Optisch macht sie ebenfalls nicht viel her. Die schlichte Form und die matte Oberfläche wirken einfach zu langweilig und billig.
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Der Schlauch:
Nargilem wählt, wie viele konkurrierende Unternehmen, einen Standardschlauch der Marke Mya um die Pfeife zu komplettieren. Dieser ist ca. 185cm lang und besitzt keine besonders guten oder schlechten Eigenschaften. In Sachen Flexibilität liegt er jedoch weit vor so manch anderem.
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Der Kopf:
Nargilem verschickt mit ihren Pfeifen Köpfe aus eigener Produktion. Unserer ist innen sowie außen glasiert. Die Farbe wurde gleichmäßig und deckend aufgetragen, wodurch der Kopf hochwertiger wirkt. Als gutaussehend kann man auch die Form des Kopfes bezeichnen. Diese ist markant gestaltet und passt sich in das Gesamtbild der Pfeife optimal ein. Die Gesamthöhe des Kopfes beträgt ca. 65mm, der äußere Durchmesser ebenfalls. Das 20mm tiefe Tabakreservoir fasst ein Volumen von ca. 35ml bis zur Oberkante. Der ganze Kopf zeugt von hoher Qualität, uns sind keinerlei negative Eigenschaften aufgefallen.
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Die Bowl:
Der Name „Crystal“ kommt im Falle dieser Pfeife nicht von ungefähr. Die Bowl wurde aus Kristallglas gefertigt, an sich keine Besonderheit bei Nargilem. Den Beinamen erhielt sie wohl eher deshalb weil sie aus transparentem Glas hergestellt wurde in das äußerst dekorative Schliffe eingearbeitet wurden. Ich würde diese Bowl als das Juwel unter den Nargilem-Gläsern bezeichnen. Das Kristallglas ist extrem bruch- und kratzfest, dank seiner Wandstärke von ca. fünf Millimetern. Auch hier ist die Qualität wieder sehr gut. Die Bowl steht kerzengerade und wackelt kein bisschen. Durch das eingeklebte Gewinde sind keinerlei Klebstoffnasen entstanden und auch die Verzierungen sind sehr symmetrisch am Hals und Bauch angebracht. Auch die technischen Daten wie das Volumen von 2,1 Litern oder die Gesamthöhe von 30cm weisen keine negativen Seiten auf.
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Die Rauchsäule:
Das Herzstück jeder Pfeife ist die Rauchsäule. Im Falle der Nargilem 620 ist das Herz sehr schwer, aber dennoch nicht wuchtig. Die Rauchsäule ist aus einer Messinglegierung hergestellt und anschließen verchromt worden. Die Qualität ist eigentlich vom feinsten, wenn da nicht die Kohletellerunterlage wäre. Dieser hat nämlich scharfe Kanten und ist auch nicht gerade schön beschichtet. Ansonsten ist die Rauchsäule wie schon gesagt sehr gut verarbeitet. Besonders gefiel mir die Liebe zum Detail. Das Ventil ist sehr elegant und aufwändig gestaltet und auf der Säule selbst ist ein dezenter Schriftzug „Nargilem“ eingraviert. Der Durchmesser des Tauchrohres beträgt leider nur elf Millimeter worunter ganz klar der Durchzug leidet. Ebenfalls schade finde ich, dass der Rauchanschluss nicht demontierbar ist, oder wenn doch, dann nur mit viel Gewalt. Da durch Zangen und ähnliche Hilfsmittel die Beschichtung kaputtgegangen wäre habe ich die Gewalt lieber aus dem Spiel gelassen.
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Der Kohleteller:
Der Durchmesser des Tellers beträgt ca. 19,5cm. Der Rand hat eine Höhe von 35mm. Die Verarbeitung lässt nur wenig Raum für Meckereien, nur die Bohrung in der Mitte hat einen scharfen Grat und stellt dadurch ein Verletzungsrisiko dar. Das Blech ist zwar nicht das dickste, reicht aber völlig aus um dem Teller ausreichend Stabilität zu verleihen. Die Oberfläche ist hochglanzpoliert und im Boden sind kleine Kreise einpoliert. Dieser Eyecatcher verleiht dem Teller einen eleganten Touch.
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Die Pfeife in zusammengebautem Zustand:
Komplett montiert zeigt sich die Pfeife als passend proportioniert. Die drei Knubbel der Rauchsäule finden sich in der Bowl wieder und alles erstrahlt in schönster „Bling-Bling“-Optik. Da es weder einen transparenten Standardkopf noch einen Transparenten Kunstlederschlauch gibt, muss man an dieser Stelle wohl auch verzeihen dass der Kopf weiß und der Schlauch braun ist. Trotzdem sind diese Farben wohl der beste Kompromiss und werten das Erscheinungsbild der Pfeife nicht ab. Übrigens ist sie 68cm hoch, inkl. Kopf versteht sich.
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Das Rauchprotokoll:
Das Rauchprotokoll soll dir den zeitlichen Ablauf einer Session mit dieser Pfeife ungefähr schildern. Natürlich ist nicht jede Session gleich, und es kommt auf viele Faktoren an ob sie gut raucht oder nicht, deshalb solltest du das Protokoll nicht überbewerten.
Geraucht wurde mit der Teelichtmethode, Tabak der Marke Al Fakher und einer 33mm 3Kings Schnellzünderkohle, die 30s. mit einem Bunsenbrenner angeheizt und anschließend fünf Minuten zum durchglühen liegengelassen wurde. Dann wurde sie auf den Kopf gelegt.

  • nach 3 Zügen: Perfekter Rauch
  • nach 7Min.: Rauchbildung wird deutlich geringer, trotzdem akzeptabel
  • nach 40 Min.: Windschutz wird aufgesetzt –> Rauch wieder akzeptabel
  • nach 55 Min.: Eine neue Kohle wird aufgelegt
  • nach 2 Zügen: Perfekter Rauch
  • nach 70 Min.: Rauchbildung wird deutlich weniger
  • nach 110 Min.: Windschutz wird wieder aufgesetzt
  • nach 130 Min.: Ende der Session
Auffälligkeiten beim Rauchen:
Beim Rauchen sind mir nur zwei Sachen aufgefallen. Zum einen ist das der eher mäßige Durchzug, der aber mit einem anderen Schlauch leicht verbessert werden kann. Desweiteren konnte ich den Rauch trotz größter Anstrengungen nicht vollständig aus der Bowl blasen. Mehr als 50% des Rauches verbleiben dauerhaft in der Bowl.
Ansonsten gab es keine weiteren schlechten oder guten Auffälligkeiten.
Mein Fazit:
Die Nargilem NP-620 Crystal-Edition ist eine Wunderbar verarbeitete Pfeife. Sie hat alles was eine gute Pfeife braucht, weshalb ich sie nur empfehlen kann. Die drei Patzer (Kohletellerunterlage, Durchzug und die Sache mit dem Rauch ausblasen) fallen bei den Vorzügen dieser Pfeife nicht ins Gewicht. Auch der Preis ist gerechtfertigt, denn bei entsprechender Pflege hat man mit Sicherheit viele Jahre Spaß mit diesem Modell.
© www.set-it-up.net | Patrick L.
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